Druckindustrie
Strukturwandel hinter stabilen Umsätzen.
18,3 Mrd. €
- 4,5 %
- 28 %
≈ 6.000
87,8
Weniger Volumen, höhere Preise,
mehr Druck
Preisbereinigt sank die Produktion 2025 erneut um 4,5 % und lag damit rund 28 % unter dem Niveau von 2021. Höhere Preise kompensieren somit einen erheblichen Teil der rückläufigen Druckvolumina.
Besonders unter Druck stehen Zeitungen, Zeitschriften, Kataloge und standardisierte Akzidenzprodukte. Digitalisierung, sinkende Auflagen und die Verlagerung von Werbebudgets reduzieren die Nachfrage dauerhaft. Stabiler entwickeln sich Verpackungen, Etiketten, Bücher, personalisierte Mailings sowie spezialisierte und digital produzierte Anwendungen.
Die Branche ist mit rund 6.000 überwiegend mittelständischen Unternehmen stark fragmentiert. Rückläufige Volumina treffen auf weiterhin vorhandene Überkapazitäten. Das verschärft den Preiswettbewerb und erhöht den Konsolidierungsdruck. Gleichzeitig belasten steigende Personal-, Energie- und Finanzierungskosten die Margen. Im Juli 2026 lag der Geschäftsklimaindex mit 87,8 Punkten unter dem Vorjahresniveau; insbesondere die Erwartungen für die kommenden Monate haben sich verschlechtert.
Fazit:
Die Druckindustrie ist kein einheitlicher Schrumpfungsmarkt: Erfolgreich bleibt, wer klare Positionierung, Spezialisierung, automatisierte Prozesse und aktiven Vertrieb verbindet, denn entscheidend sind nicht Mengen, sondern Kundenqualität, Ergebnisbeitrag und der Wandel zum integrierten Lösungsanbieter.
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Management-Briefing · Auszug
„Akzidenzdruck"
Für eine klassische Akzidenzdruckerei sehen wir von Apenberg & Partner derzeit weniger ein einzelnes Risiko, sondern vielmehr eine gefährliche Kombination aus sinkenden Volumina, Überkapazitäten, Preisdruck und steigenden Anforderungen an Produktivität und Vertrieb.
Der Branchenumsatz allein täuscht über die tatsächliche strukturelle Entwicklung hinweg. Der BVDM nennt für 2025 rund 18,3 Mrd. € Branchenumsatz, gleichzeitig lag der Produktionsindex 2025 rund 36 % unter dem Niveau von 2019. Hinzu kommen deutlich höhere Papierpreise. Das heißt vereinfacht: nominal stabiler Markt, aber deutlich weniger physisches Druckvolumen.
Management-Briefing · Auszug
„Grafische Zulieferindustrie"
Für Unternehmen der grafischen Zulieferindustrie sehen wir von Apenberg & Partner derzeit weniger einen einheitlichen Markt als vielmehr eine zunehmende Spreizung: Während der klassische Akzidenzdruck strukturell an Volumen verliert, entstehen im Verpackungs-, Etiketten-, Digital- und Industriedruck weiterhin attraktive Wachstumsfelder.
Der VDMA-Fachverband Druck- und Papiertechnik vertritt rund 150 Mitgliedsunternehmen mit einem Gesamtumsatz von etwa 9 Mrd. €. Gleichzeitig stagnierten die Auftragseingänge im deutschen Maschinen- und Anlagenbau 2025, während der Umsatz real um rund 3 % zurückging. Die grafische Zulieferindustrie bewegt sich damit zwischen technologischem Wachstum und konjunktureller Investitionszurückhaltung.
Die zentrale Frage lautet nicht mehr: „Wie verkaufen wir mehr Maschinen, Materialien oder Software?“, sondern: „In welchen wachsenden Anwendungen lösen wir ein relevantes Kundenproblem – und wie erzielen wir daraus dauerhaft profitable Erlöse?“
Die Gewinner der nächsten Jahre werden aus unserer Sicht jene Zulieferer sein, die technologische Kompetenz mit Marktverständnis verbinden. Entscheidend sind eine klare Segmentwahl, messbarer Kundennutzen, integrierbare Lösungen und wiederkehrende Erlöse über den gesamten Lebenszyklus. Ein technologisch gutes Produkt allein reicht künftig nicht mehr aus.
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